Schizophrenie

Häufigkeit und Ursachen

Schizophrenie ist eine schwere psychische Erkrankung, die zu massiven Beeinträchtigungen der sozialen und beruflichen Lebensbewältigung führt. Ganz zu schweigen von der großen Belastung mit erheblich reduzierter Lebensqualität für Erkrankte und auch Angehörige. Die Betroffenen leiden unter Störungen ihrer Gedanken und Gefühle und ihres Verhaltens und haben Schwierigkeiten, die Realität zu bewerten.
Obwohl weltweit „nur“ 1% der Menschen während ihres Lebens betroffen sind/sein werden, zählt Schizophrenie laut WHO zu den 10 Erkrankungen mit der größten Anzahl durch „Behinderung beeinträchtigter Lebensjahre“.
Grundsätzlich kann sich eine schizophrene Erkrankung in jedem Lebensalter manifestieren, wobei sie in mehr als 2/3 aller Fälle zwischen dem 15. und 35. Lebensjahr erstmals auftritt. Also eine Erkrankung des jungen bis mittleren Lebensalters.

Die eigentliche „Ursache“ der Schizophrenie ist bis heute nicht geklärt. Man nimmt ein Zusammenspiel von unterschiedlichen Faktoren wie Genetik, Umweltfaktoren, biographische Faktoren bei der Entwicklung und dem Fortbestehen der Krankheit an.
Schizophrenie ist eine phasenweise verlaufende Erkrankung, wobei der Verlauf von Patient zu Patient sehr unterschiedlich ist.

Symptome der Schizophrenie

Die ersten Anzeichen einer Erkrankung nehmen oft Freunde und Angehörige wahr, in seltenen Fällen auch die Erkrankten selbst. Häufig entsteht der Eindruck, dass sich die betroffene Person stark verändert. Sie ist auf einmal nicht mehr sie selbst. Solche Wahrnehmungen sind ein erster Hinweis auf eine Schizophrenie.
Die Symptome der Schizophrenie lassen sich in zwei grosse Bereiche einteilen: Positivsymptome und Negativsymptome.

  • Die Positivsymptome stellen die „psychotischen“ Kernsymptome der Schizophrenie dar, kennzeichnen vor allem die akute Krankheitsepisode (= Schub) und umfassen Gedankenstörungen, Wahn (falsche Überzeugungen, häufig mit Verfolgungswahn) und Halluzinationen – hauptsächlich das Hören von Stimmen. Diese Symptome gehen häufig mit Angst, Depressionen und übersteigerter Aktivität – ständigem Bewegen und Erregungszuständen – einher.
  • Negativsymptome wurden früher auch als Minussymptome (minus = Mangel bzw. Negativ) bezeichnet und bedeuten den Mangel bzw. den Verlust von normalen Funktionen. Die Negativsymptome (und die kognitiven Defizite) bestimmen insgesamt den Krankheitsverlauf, da sie permanent, d.h. auch in der Remissionsphase vorhanden sind. Negativsymptome umfassen emotionale Abstumpfung, stockende Sprache, Beeinträchtigung der Fähigkeit, Aktivitäten zu planen, zu beginnen und/oder fortzuführen, und verminderte Freude und Interessensarmut. Das Leben des Schizophrenie Patienten ist durch diesen Mangel an Gefühl, Interesse, Freude und Motivation massiv negativ verändert und führt ihn in sozialen Rückzug, Arbeitslosigkeit und nicht selten in wiederkehrende und langfristige Betreuung.

Nachweis einer Schizophrenie

Deutet das Auftreten der genannten Symptome auf eine Schizophrenie hin, können spezialisierte Ärzte und Psychotherapeuten durch verschiedene Untersuchungen den Verdacht überprüfen und gegebenenfalls eine Therapie einleiten. Damit die Diagnose Schizophrenie sichergestellt werden kann, müssen über einen Zeitraum von mindestens vier Wochen bestimmte Symptome auftreten. Ferner müssen vor Beginn der Therapie andere mögliche Ursachen für die psychischen Symptome ausgeschlossen werden. So können auch Erkrankungen wie Hirntumore oder Demenz sowie Medikamenten- und Drogenmissbrauch Schizophrenie ähnliche Symptome hervorrufen.

 

Behandlungsmöglichkeiten

Trotz intensiver Forschung konnte noch keine Heilung für die Schizophrenie gefunden werden. Allerdings können die Symptome behandelt und wesentlich gebessert werden. Die Schizophrenie erfordert eine Langzeitbehandlung, die in der Regel aus einer Kombination aus Medikamenten und psychosozialer Therapie besteht. Häufig ist zur Behandlung und Überwachung von psychotischen Episoden ein stationärer Aufenthalt im Krankenhaus notwendig.